Ihre Zinsfestschreibung läuft in ein, zwei oder vielleicht sogar erst in fünf Jahren aus? Herzlichen Glückwunsch, dann gehören Sie zu den Immobilienbesitzern, die jetzt die Chance haben, einen der klügsten Schachzüge bei der Baufinanzierung zu machen.
Viele warten bis zum letzten Moment und ärgern sich dann über gestiegene Zinsen. Vorausschauende Planer hingegen nutzen ein mächtiges Instrument, um sich das aktuell niedrige Zinsniveau für die Zukunft zu "reservieren": das Forward-Darlehen.
Doch was genau ist das, für wen lohnt es sich und was gibt es zu beachten? In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles, was Sie wissen müssen.
Stellen Sie sich vor, Sie könnten heute schon den Preis für das Benzin festlegen, das Sie in drei Jahren tanken werden – und das in einer Zeit, in der alle erwarten, dass die Preise steigen. Genau dieses Prinzip der Preissicherheit wenden Sie mit einem Forward-Darlehen auf Ihren Immobilienkredit an.
Ein Forward-Darlehen ist im Grunde eine Wette auf steigende Zinsen.
Sie schließen heute einen Darlehensvertrag für Ihre Anschlussfinanzierung ab, der aber erst in der Zukunft (in 6 bis 60 Monaten) ausgezahlt wird. Der Clou: Der Zinssatz, den Sie heute vereinbaren, bleibt für die gesamte zukünftige Zinsbindung festgeschrieben, egal wie hoch die Zinsen am Markt zum Zeitpunkt der Auszahlung tatsächlich sind.
Planungssicherheit: Sie wissen auf den Cent genau, wie hoch Ihre monatliche Rate in den kommenden Jahren sein wird. Das gibt Ihnen eine unbezahlbare finanzielle Sicherheit und lässt Sie nachts ruhig schlafen.
Schutz vor Zinssteigerungen: In einer Phase steigender Marktzinsen können Sie sich durch ein Forward-Darlehen einen enormen Kostenvorteil sichern und über die Jahre zehntausende Euro sparen.
Keine Doppelbelastung: Während der "Vorlaufzeit" (der Forward-Periode) zahlen Sie selbstverständlich nur die Raten für Ihr altes Darlehen. Kosten für das neue Darlehen fallen erst mit dessen Auszahlung an.
Diese Sicherheit gibt es natürlich nicht umsonst. Die Banken lassen sich das Einfrieren des Zinssatzes mit einem kleinen Zinsaufschlag bezahlen, dem sogenannten "Forward-Aufschlag".
Die Höhe dieses Aufschlags hängt von der Länge der Vorlaufzeit ab. Als Faustregel gilt: Pro Monat Vorlaufzeit steigt der Zins um ca. 0,01 % bis 0,03 %.
Das größte Risiko ist jedoch die Zinswette selbst:
Was passiert, wenn die Zinsen wider Erwarten fallen?
In diesem Fall sind Sie an den heute vereinbarten, höheren Zinssatz gebunden und können nicht von den dann günstigeren Marktkonditionen profitieren. Ein Forward-Darlehen ist in der Regel mit einer Abnahmepflicht verbunden.
Ein Forward-Darlehen ist die perfekte Lösung für Sie, wenn die folgenden Punkte auf Sie zutreffen:
Sie sind sicherheitsorientiert: Ihnen ist eine verlässliche, kalkulierbare Rate wichtiger als die spekulative Chance auf einen noch günstigeren Zins.
Sie erwarten (oder befürchten) steigende Zinsen: Die allgemeine Markteinschätzung und Ihr persönliches Gefühl deuten auf höhere Zinsen in der Zukunft hin.
Ihre Zinsbindung endet in den nächsten 12 bis 60 Monaten: Innerhalb dieses Zeitfensters bieten die meisten Banken Forward-Darlehen an.
Ein Forward-Darlehen ist kein Allheilmittel, aber für den richtigen Kunden zur richtigen Zeit ein unschlagbares Instrument. Es verwandelt die Unsicherheit der Zukunft in eine kalkulierbare Größe und schützt Ihr wertvollstes Gut – Ihr Zuhause – vor finanziellen Unwägbarkeiten.
Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Abwägung: Wie hoch ist der Preis für die Sicherheit (der Forward-Aufschlag) und wie hoch schätze ich das Risiko steigender Zinsen ein?
Möchten Sie wissen, ob ein Forward-Darlehen in Ihrer aktuellen Situation sinnvoll ist?
Genau bei dieser Abwägung helfe ich Ihnen. Wir analysieren gemeinsam Ihre Situation, berechnen die verschiedenen Szenarien und finden heraus, welche Strategie für Ihre Anschlussfinanzierung die beste ist.